Werte und Kultur wie im Startup

19 October 2015

Werte und Kultur

Die passende Unternehmenskultur lässt sich nicht schneidern, online ordern oder am Reißbrett entwerfen. Die Kultur wirkt durch ein oft unbewusstes Set an Werten, Annahmen und Regeln bei der Gestaltung des Miteinanders und all jenen Entscheidungen jenseits der Vorschriften.

Die Weichen dafür werden meist unreflektiert im Gründungsprozess gestellt. Die Gründer bringen ihre persönlichen Werte mit in das Unternehmen ein und wirken als Vorbilder für neu hinzukommende Mitarbeiter. Im Alltagshandeln reproduzieren sich die Regeln und verändern sich, wenn man nichts dagegen tut wiederum unbewusst. So kann es sein, dass einzelne, besonders exponierte Personen oder Reaktionen auf ungewöhnliche Erlebnisse in der Frühphase eines Unternehmens dessen Kultur auf lange Sicht prägen und unter Umständen sogar gegen die Intentionen des Gründungsteams.

Werte und Kultur

Gründer, die dieses Feld unbearbeitet und dem Zufall überlassen, vergeben eine gewaltige Chance für die spätere Entwicklung und tägliche Zusammenarbeit. Menschen suchen Orientierung und eine bewusst gewordene Kultur hilft, Zugehörigkeit und Alternativen schneller zu entscheiden.

Werte und Kultur

Wie offen oder bedeckt kommuniziert wird, ob Kritik gehört oder abgebügelt wird, ob Einzelne gesehen oder in Quartalswerten summiert, ob Veränderungen begrüßt oder ignoriert werden, macht für die in und mit einem Unternehmen arbeitenden Menschen einen beträchtlichen Unterschied. Überraschend schnell nehmen neu ins Unternehmen Kommende diesen Unterschied war. Letztlich erfahren Kunden bereits an der Art ihrer Begrüßung und im Umgang mit ihren Anliegen, spätestens an der Qualität und Innovationsrate, wie es um die Kultur in einem Unternehmen bestellt ist.

Werte und Kultur

Vom LeanCamp nahmen wir den Impuls mit, das Thema Werte und Kultur auf unsere interne Agenda zu setzen. Ein nachdenkliches Gespräch kam am folgenden Montag in Gang. Wie von unsichtbarer Hand moderiert nahm sich jeder das Wort. Gesprochen wurde langsamer, weit bewusster als sonst. Das anfängliche Unwohlsein wich mit der Zeit. Bei diesem Thema kommen unvermeidlich Missverständnisse und konkrete Beispiele zu Tage. Das ist gut so! Bei uns waren das oft die Punkte, bei denen es für alle Beteiligten spürbar unter der Oberfläche sehr bewegt zuging. Am Ende der Stunde standen Aufatmen und der Wunsch nach Fortsetzung.